Startfeld Innovationsforum: Mit Inspiration zur Innovation

Thursday, 14. June 2018

St.Gallen. Wer die künftigen Bedürfnisse seiner Kunden kennt, kann auf Ideen kommen, die wertstiftende Innovationen möglich machen. Nur muss man dann tatsächlich auf eine gute Idee kommen! Am zweiten Startfeld Innovationsforum wurden heute Donnerstag verschiedenste Techniken und Methoden vorgestellt, wie Ideen gezielt erarbeitet werden können.

Die Tagung wurde wiederum von der Enterprise Development Group EDG und dem St.Galler Innovationsnetzwerk Startfeld organisiert und in Räumlichkeiten des Startfelds durchgeführt. Der Ostschweizer Herman Gyr, der vor über 30 Jahren im Silicon Valley die EDG mitgegründet hat, betonte zu Beginn des Forums, dass Digitalisierung an sich nicht neu sei. «Neu ist, dass die Rechner selbst denken». Für Gyr beginnt ein «völlig neues Zeitalter»: Erstmals ist der Mensch von nicht-menschlicher Intelligenz umgeben, deshalb brauche es eine «neue Art des Mensch-Seins».

Unzählige Anwendungen von künstlicher Intelligenz basieren heute auf Plattformen des weltweit führenden Unternehmen Nvidia, wie dessen Schweizer Country Sales Manager Marc Stampfli aufzeigte. Der Durchbruch für künstliche Intelligenz war die Idee, für Grafik-Programme gedachte Chips auch für andere Anwendungen einzusetzen. Dies gab Computern die Leistungsfähigkeit, neurale Netzwerke zu betreiben, womit «Deep Learning» überhaupt erst möglich wurde.

Weitere hochkarätige Referentinnen und Referenten beleuchteten den Ideenfindungsprozess. Roland Pfister etwa, Co-Autor des Buchs «Creability», empfahl, stets mehrere Methoden sequentiell einzusetzen, «das fördert die Vielfalt im Denken.» Bevor verschiedene Methoden in Workshops vertieft wurden, wurde eine erfrischender Ansatz gleich im Plenum ausprobiert: Der Perspektivenwechsel «Flip-Flop». Statt zu fragen, wie man die Kundenfrequenz erhöhen kann, dreht man die Frage um: Was muss man tun, damit sicher kein Kunde in den Laden kommt? Wichtig ist, dass Ideen nicht nur gesammelt, sondern auch validiert und weiter gedacht werden – hier können KMU noch viel von Startups lernen, die genau diesen Prozess verinnerlicht haben, wie HSG-Professor Dietmar Grichnik darlegte.

Mit dem Erfinder und Tüftler Elmar Mock bereicherte eine regelrechte Ideenmaschine das 2. Startfeld Innovationsforum. Mock war 1980 Mit-Erfinder der Swatch, die entscheidend zur Rettung der serbelden Schweizer Uhrenindustrie beitragen sollte, heute sucht er mit 55 Mitarbeitern in seiner Firma Creaholic nach zündenden Ideen. Dies überaus erfolgreich, wie über 180 Patente für einzigartige Lösungen zeigen. (pd)

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