Leichter Bevölkerungsrückgang 2017 in der Stadt St.Gallen

Monday, 22. January 2018

Leichter Bevölkerungsrückgang 2017 in der Stadt St.Gallen

Per Ende Dezember 2017 zählte die Stadt St.Gallen 79‘154 Einwohnerinnen und Einwohner und damit im Vergleich zum Vorjahr 177 Personen oder 0.2 % weniger. Die ständige Wohnbevölkerung 2017 blieb auf dem Stand des Vorjahres; der Rückgang betrifft zum grossen Teil die Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter. Die nun vorliegende Publikation «Stadtstatistik aktuell Nr. 15/2018» der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen hat die Wanderungsbewegungen in der Stadt St.Gallen analysiert: Danach verzeichnete sie von 2008 bis 2016 einen Wanderungsgewinn in der Höhe von gesamthaft 3‘350 Mehrzuzügen, die in diesem Zeitraum zu einem Bevölkerungswachstum beitrugen. Bis 2014 resultierte jährlich ein positiver Wanderungssaldo. Mit dem seit 2015 beobachteten Wanderungsverlust sank 2017 auch die Einwohnerzahl leicht.

Mit 74‘771 Personen bildet die ständige Wohnbevölkerung – Menschen mit Hauptwohnsitz in der Stadt St.Gallen – die grösste Personengruppe der Wohnbevölkerung. Dazu zählen auch Ausländerinnen und Ausländer mit einer Niederlassungs- oder Jahresaufenthaltsbewilligung. Zur weiteren Wohnbevölkerung gehören 3‘383 Personen mit Nebenwohnsitz in der Stadt St.Gallen (grösstenteils Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter) sowie 1‘000 Personen der sogenannten nichtständigen Wohnbevölkerung, die ohne dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in der Stadt wohnen.

19- bis 29-jährige als mobilste Altersgruppe

Wie die vorliegende Publikation «Stadtstatistik aktuell Nr. 15/2018» zu den Zu- und Wegzügen im Zeitraum 2008-2016 zeigt, waren die Zuziehenden besonders häufig im Alter zwischen 19 – 29 Jahren und ledig, was die Rolle der Stadt St.Gallen als Hochschulstandort widerspiegelt. Die 19- bis 29-jährigen sind insgesamt die mobilste Altersgruppe und zeigen eine zweieinhalb Mal so grosse Migrationsneigung wie die Gesamtbevölkerung. In der Altersspanne des Familiengründungsalters von 30 – 45 Jahren ist ebenfalls noch eine gewisse Mobilität festzustellen, wobei sich diese eher in einem Wegzug aus der Stadt als in einem Zuzug niederschlägt.

Personen ab 45 verzeichnen bereits eine deutlich geringere Wanderungsneigung als die unter 45-jährigen, wohl auch deshalb, weil diese Altersgruppe bereits weniger Stellenwechsel vornimmt, die einen Ortswechsel nach sich ziehen, oder weil man aufgrund des Erwerbs von Wohneigentum bereits ortsgebunden ist. Bei Personen im Pensionsalter ist eine nur sehr geringe Mobilität über die Stadtgrenze hinweg festzustellen.

Am meisten Zuzüge aus Deutschland

Der Wanderungsgewinn in den Jahren 2008-2016 geht grösstenteils auf Zuzüge aus dem Ausland zurück, wobei die deutschen Staatsangehörigen die grösste Gruppe der Zuziehenden ausmachen. Bei den Herkunfts- und Zielgebieten in der Schweiz verzeichnet die Stadt St.Gallen in der Summe Wanderungsverluste, wobei es regionale Unterschiede gibt. Gegenüber dem Kanton St.Gallen (Gebiete aus-serhalb der Region St.Gallen) hat die Stadt zwar im gesamten Zeitraum einen positiven Wanderungssaldo und übt somit innerhalb des Kantons eine konstante Anziehungskraft aus. Dieser Saldo reicht jedoch zahlenmässig nicht aus, um die Abwanderung in die Region und den Kanton Zürich auszugleichen. In der Region verliert die Stadt St.Gallen Einwohnerinnen und Einwohner vor allem an die Nachbargemeinden.

Unterschiedliche Entwicklung in Quartieren

Betrachtet man den Einfluss der Wanderungsbewegungen auf die Bevölkerungsentwicklung in den Stadtkreisen, zeigt sich, dass diese im Centrum am wenigsten zum Bevölkerungswachstum beigetragen haben. Dies wohl auch deshalb, weil weniger Raum für zusätzliche Überbauungen besteht als in den beiden anderen Kreisen. Im Kreis West stechen die Quartiere Winkeln-Nord, Winkeln-Süd, Bruggen-Zürcherstrasse und Moos-Waldacker-Lerchenfeld mit überdurchschnittlichen Wanderungsgewinnen hervor. Dazu beigetragen haben grosse Neubauprojekte. Im Kreis Ost ist in den Quartieren Rotmonten und Achslen-Wilen die Bevölkerung durch Wanderungen anteilsmässig ebenfalls überdurchschnittlich gewachsen.

Detaillierte Informationen

Die von der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen im Auftrag der Stadt St.Gallen erstellte Wanderungsstudie ist publiziert als «Stadtstatistik aktuell Nr. 15/2018» und steht im Internet unter www.statistik.stadt.sg.ch kostenlos zum Download bereit. Im Statistikportal sind ebenfalls weitere Detailinformationen zur Bevölkerungsstatistik 2017 zu finden.

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